Eiweißreiche Ernährung ist tödlich – stimmt das?

Neue Studien belegen scheinbar, dass eiweißreiche Kost tödlich und gefährlich sein soll. Stimmt es und was genau ist laut der Studie für wen gefährlich? Panikmache oder wichtige Hinweise?

Neue Studien belegen scheinbar, dass eiweißreiche Kost tödlich und gefährlich sein soll. Stimmt es und was genau ist laut der Studie für wen gefährlich? Panikmache oder wichtige Hinweise?

Eiweißreiche Ernährung ist tödlich - stimmt das?


Was besagt die Studie?

Das Internetmagazin Netdoktor beruft sich auf ein eigenes Interview mit dem Studienleiter Valter Longo von der University of Southern California. In einer nicht näher benannten Studie soll man untersucht haben, wodurch Menschen 100 Jahre alt werden, nicht woran sie sterben. Eiweiß galt als einer der wichtigsten Faktoren.

Eiweißreiche Ernährung ist tödlich - stimmt das?

Wer den Überschriften des Netdoktor Artikels glaubt, der scheint dies bestätigt zu sehen. Hier spricht man davon, es sei so lebensgefährlich Eiweiß zu konsumieren, wie zu Rauchen. Beim Rauchen stirbt einer von fünf Menschen direkt an den Folgen des Rauchens. Hierzu fehlen dann dummerweise die Zahlen und es gibt doch keinen Beleg für genau dieses Risiko. So bleibt es bei einer schockierenden Überschrift.

Wer darf Eiweiß konsumieren und wer nicht?

Wenn wir den Artikel genauer lesen, dann ergeben sich folgende Fakten, die weder überraschen noch neu sind:

  • Kinder sollten nicht massiv mit Eiweiß gefördert werden, ältere Menschen brauchen Eiweiß zur Verhinderung des Muskelabbaus.
  • Dauerhafte eiweißreiche Kost ist eher nicht positiv und belastet den Körper, in Diätphasen jedoch ist es vollkommen okay, deutlich mehr Eiweiß zu sich zu nehmen.
  • Das Problem ist in der Hauptsache begrenzt auf tierisches Eiweiß, Veganer haben die Probleme in der Art nicht, die man bei dem Verzehr von tierischen Proteinen beobachtet hat.

Was ist also das Ergebnis?

Nachfolgend einige derzeit scheinbar gesicherte Erkenntnisse, die aktuelle Ernährungstrends widergeben:

  • Das tierische Eiweiß muss weniger werden, nicht das Eiweiß an sich.
  • In jungen Jahren brauchen wir weniger Proteine als im Alter.
  • Der Fleischkonsum muss sinken, denn wir haben uns daran gewöhnt, das Wohlstandsgut Fleisch übermäßig leicht und billig zu bekommen. Dabei wurde es unwichtig, dass wir Wert auf ein gutes Leben der Tiere legen. Wir konsumieren das Leid der Tiere über die Nahrung, die daraus als Massenware industriell hergestellt wird. Das muss besser werden.
  • Vegane Ernährung ist gut und trendy. Sie darf bei viel mehr Menschen ein wichtigerer Bestandteil des Lebens werden, ohne dabei strikte Zwangsvorgabe zu sein. Wir sollten viel weniger tierische Produkte essen und nutzen, damit wir das Gleichgewicht wieder herstellen – in uns selbst und für unsere Gesellschaft.

Wichtig ist:

Wichtig ist auch, eine gute Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, statt einfach pauschal auf etwas zu vertrauen, das man gerade ungeprüft gelesen hat und alle Tipps gleich umzusetzen, egal woher sie sind. Es ist wichtig, dass wir uns darauf zurücknehmen, Profis ihren Job machen zu lassen. Mehr dazu direkt bei / von Ernährungsberaterin Angelika Thurn-Aufderbeck.

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